Schneeschuhwandern im Villgratental

Schneeschuhwandern ist Naturerlebnis in seiner reinsten Form.

Es ist die einsame Stille des frisch verschneiten Winterwaldes. Es ist die Art, wie Sie die erste Spur durch den jungfräulichen Schnee ziehen. Es ist die Befriedigung, gesteckte Ziele mit eigener Kraft erreicht zu haben - sei es ein entfernter Gipfel oder ein Hügel der Umgebung oder der vielen Almen im Villgratental, die anderen verborgen bleiben müssen.

Schwierigkeitsbewertung für Schneeschuhrouten
Leicht: einfache Forststraßen und Wanderwege bis zu einer Steilheit von 25°, auch für Anfänger geeignet!
Mittel: Wanderwege und teils freies alpines Gelände bis zu einer Steilheit von 30°, wenige Stellen auch darüber! Gute Schneeschuhtechnik und Ausdauer erforderlich!
Schwer: Bergwanderwege und wegloses alpines Gelände bis zu einer Steilheit von 35°, mit kurzen Stücken auch darüber! Ausgezeichnete Schneeschuhtechnik und gute Kondition erforderlich!

Schneeschuh-Wanderrouten im Villgratental
 
R1 Innervillgraten
Oberstalleralm 1863 m

Anfahrt: Von Innervillgraten taleinwärts bis zur Straßengabelung bei Maxer, nun rechts ab ins Arntal, ca. 1 km zu den Lüfter-Höfen. (Schranken)
Ausgangspunkt/Talort: Parkplatz Lüfterhöfe am Schranken 1.498 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: W, NW
Lawinengefahr: gering/Vorsicht an den Lawinenstrichen!
Skitechn. Schwierigkeiten: leicht, Höhenunterschied: 370 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 1,5 Std. / 3 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Über die Almstraße ca. 1 Kilometer taleinwärts. Bei der Weggabelung die Straße nach links verlassen und leicht abwärts, über die Brücke (1.575 m) des Stollerbaches. Gleich im Anschluss links das Naturdenkmal „Sinkersee“. Auf dem Forstweg talein bis zur nächsten Brücke über sie hinweg wieder zurück auf die Straße die zur Oberstalleralm führt. Auf dieser an der Unterstalleralm (kleine Kapelle 1.673 m) vorbei und nun ansteigend zur Oberstalleralm (1.883 m).

Charakteristik:

Das flache Gelände im Arntal ist besonders gut fürs Schneeschuhwandern geeignet. Die Tour ist leicht und auch für Einsteiger gut begehbar. Die malerisch gelegene Oberstalleralm ist im Winter noch reizvoller und lädt zum Rasten ein.

Abstieg:
Wie Aufstieg oder zurück auf der Almstraße und nicht mehr über die beiden Brücken.


R2 Innervillgraten
Gissertörl 2397 m, GW 89

Anfahrt: Am Eingang von Innervillgraten bei der Tischlerei Lanser rechts abbiegen und südlich davon gute Parkmöglichkeiten.
Ausgangspunkt: Parkplatz südlich der Tischlerei 1.350 m/Innervillgraten 1.402 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: SO, NO
Lawinengefahr: + gering + erheblich/Ab der Graferalm Vorsicht Lawinengefahr!
Skitechn. Schwierigkeiten: mittel, Höhenunterschied: 1.050 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehzeit: 3,5 Std. / 5,5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Über den Villgraterbach an Straßengabelung nach links zur Rodelbahn. Gleich nach der Überquerung des Tafinbachs rechts abbiegen ins Oberhofertal, bis man oberhalb der gleichnamigen Alm auf den Sommerweg trifft und über ihn zur Galleralm (1.790 m) weiter. Nun im Bereich des Sommerweges das Gelände ausnützend bis zum Gissertör (2.397 m).

Charakteristik:

Nicht all zu schwierige, aber abwechslungsreiche Route für ausdauernde Schneeschuhgeher. Oberhalb der Waldgrenze besonders schöner Anstieg in beeindruckender Landschaft.

Abstieg:
Wie Aufstieg.


R3 Innervillgraten
Kamelisenalm-Oberstalleralm

Anfahrt: Von Innervillgraten taleinwärts und kurz vor der Brücke rechts zum Hochberg. Auf der Straße am Hochberg zum „Schettlet“ Hof.
Ausgangspunkt:  Begrenzte Parkmöglichkeit an der Straße, Besitzer ist zu fragen (Privatgrund) 1.730 m / Innervillgraten 1.402 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: W
Lawinengefahr: gering
Skitechn. Schwierigkeiten: leicht, Höhenunterschied: 250 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 1,5 Std. / 2,5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Auf der Forststraße taleinwärts an den Weggabelungen immer rechts haltend Richtung Kamelisenalm.

Charakteristik:

Einfache Halbtagstour mit wenig Höhenmetern zur einer der wohl schönsten Almen Osttirols. Das idyllische Almdorf mit der hölzernen Kapelle diente mehrmals schon als Filmkulisse.

Abstieg:
Wie Aufstieg.


R4 Innervillgraten
Villponer Lenke 2556 m, GW 91

Anfahrt: Von der Ortsmitte Innervillgraten auf der Wirtschaftsstraße Richtung Norden zu den Höggerhöfen.
Ausgangspunkt: Parkplatz unterhalb der „Höggerhöfe“ 1.560 m/Innervillgraten 1.402 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: SO, W
Lawinengefahr: gering / Vorsicht an der Engstelle nach der Schmidhoferalm!
Skitechn. Schwierigkeiten: mittel, Höhenunterschied: 1.000 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 4 Std. / 6,5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
An der Kehre den Almweg über das Einettal mit einigen Abkürzungen bis zur Schmidhofalm 1.909 m. Flach taleinwärts bis kurz vor die Sandalm (2.096 m), nun links den Hang aufwärts und in einer großen Rechts-Links-Schleife über Mulden und Böden zur Villponer Lenke.

Charakteristik:

Dieser lange Anstieg führt am Beginn über Almwege bis zum Talschluss. Wunderbare weite Almböden, die zum Winterwandern einladen, führen zum Übergang (hier Lenke genannt).
Von der Villponer Lenke kann man in voller Größe den Großglockner bewundern.

Abstieg:
Wie Aufstieg.


R5 Innervillgraten
Kalksteiner-Egg / Zollhütte 2329 m, GW 92

Anfahrt: Von Innervillgraten talein, bei der Straßengabelung links zum Weiler Kalkstein mit großem Parkplatz.
Ausgangspunkt: Parkplatz in Kalkstein 1.639 m / Innervillgraten 1.402 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: SO
Lawinengefahr: + gering, + erheblich
Lawinengefahr nicht nur oberhalb der Waldgrenze!
Skitechn. Schwierigkeiten: mittel, Höhenunterschied: 700 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 3 Std. / 5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Über den Almweg an der Alfenalm vorbei und an der Talgabelung (nach der Brücke) rechts entlang des Alfenbaches bis zu einem Schranken. Kurz nach diesem den Talweg nach rechts verlassen und in vielen Kehren bis zur Waldgrenze. Nach der letzten Heuhütte nach links in steileres Gelände queren und über eine Mulde zur alten Zollhütte 2.329 m.

Charakteristik:
Durch den flachen Almweg ist der Aufstieg über den steilen Südhang angenehm. Mit zunehmender Höhe wird der Ausblick auf die umliegende Bergwelt interessanter. Die Zollhütte stammt aus längst vergangenen Tagen und diente den Zollbeamten als Unterkunft. Damals wurden noch Lebensmittel und Zigaretten geschmuggelt.

Abstieg:
Wie Aufstieg mit einigen Abkürzungen.


R6 Außervillgraten
Volkzeinerhütte 1884 m, GW 93

Anfahrt: Von Außervillgraten über die Brücke ins Winkeltal. An der Reiterstube vorbei taleinwärts bis zur Niederbruggeralm 1.600 m
Ausgangspunkt: Kleiner Parkplatz bei oder kurz vor der Niederbruggeralm 1.600 m / Außervillgraten 1.287 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: NO
Lawinengefahr: gering
Skitechn. Schwierigkeiten: leicht, Höhenunterschied: 300 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 2 Std. / 3,5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Ohne Orientierungsschwierigkeiten über die Almstraße zur Volkzeinerhütte 1.848 m.

Charakteristik:

Das im Winter wenig besuchte Winkeltal kann auch mit Anfängern und Kindern problemlos erwandert werden. Diese gemütliche Talwanderung entlang des Winkeltal-Baches vorbei an malerischen Almhütten ist nicht anstrengend aber landschaftlich begeisternd.

Abstieg:
Wie Aufstieg.


R7 Außervillgraten
Oberarnalm 1929 m, GW 94

Anfahrt: Von Außervillgraten über die Brücke ins Winkeltal. An der Reiterstube vorbei taleinwärts bis zur Niederbruggeralm 1.600 m.
Ausgangspunkt/Talort: Kleiner Parkplatz bei oder kurz vor der Niederbruggeralm 1.600 m / Außervillgraten 1.287 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: SW
Lawinengefahr: gering
Skitechn. Schwierigkeiten: leicht, Höhenunterschied: 330 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 2 Std. / 3,5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Auf der Almstraße taleinwärts rechts bei einer Almhütte abzweigen, den Winkeltal Bach überqueren und auf dem Forstweg Richtung Unterarnalm. Bei der ersten Weggabelung links und an der zweiten rechts folgend zur Oberarnalm (ca. 1.929 m).

Charakteristik:

Einfache Schneeschuhroute in verlassener, stiller Umgebung. Der Anstieg führt über Forst- und Almwege und ist deshalb auch einfach zu begehen. Obwohl sie an einem prachtvollen Platz steht, ist die Oberarnalm schon verfallen. Von ihr aus hat man einen herrlichen Ausblick über das Winkeltal.

Abstieg:
Wie Aufstieg mit einigen Abkürzungen.


R8 Außervillgraten 
Gabesitten 2665 m, GW 95

Anfahrt: Von Außervillgraten über die Brücke Richtung Winkeltal. Noch im Ort (Hinweisschild Verseller Berg) nach links, und über die Wirtschaftsstraße nach Oberwurzen.
Ausgangspunkt/Talort: Kurz vor den Höfen links kleiner Parkplatz mit Beginn der Forststraße auf 1.700 m / Außervillgraten 1.287 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: SO
Lawinengefahr: + gering, + erheblich
Am breiten Bergrücken ab 2.200 m auf Lawinengefahr achten!
Skitechn. Schwierigkeiten: schwer, Höhenunterschied: 970 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 4 Std. / 6,5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Über die Forststraße bequem zur Waldgrenze. Bei ca. 2.100 m (rechts ein Kreuz) über den Sommerweg weiter bis zum Beginn des breiten Bergrückens. Über diesen in nördlicher Richtung an der Lawinenverbauung vorbei, bis das Gelände sich aufsteilt. An dem nun felsdurchsetzten Rücken nach Westen in flacheres Gelände ausweichend zum Plateau. Auf dem meist stark abgewehten Plateau mit abschließendem Steilaufschwung zum flachen Gipfel.

Charakteristik:

Der Gabesitten wird am häufigsten von einheimischen Skitourengehern besucht. Oberhalb der Waldgrenze im steilen Teil ist gute Kondition und ausgezeichnete Gehtechnik gefragt. Bei Harschschnee Abgleitgefahr! Am Gipfel ausgezeichneter Rundblick. Bei schlechter Sicht schwierige Orientierung oberhalb der Waldgrenze.

Abstieg:
Wie Aufstieg.


R9 Außervillgraten
Tilliachalm 2230 m, GW 96

Anfahrt: Von Außervillgraten über die Brücke ins Winkeltal zur Reiterstube.
Ausgangspunkt: Parkgelegenheit an der Straße 1.500 m/Außervillgraten 1.287 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: SW, N
Lawinengefahr: gering
Skitechn. Schwierigkeiten: leicht, Höhenunterschied: 730 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 2,5 Std. / 4,5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Über die Brücke zur Rodelbahn und auf ihr bis zur letzten Kehre (Weggabelung) kurz vor der Starthütte. An dieser Abzweigung rechts halten und an der nächsten links über die Almstraße bis zur Tilliachalm (2.030 m).

Charakteristik:

Ähnlich wie bei Route Nr. 7 (Oberarnalm) ist der Forstweg eine willkommene Aufstiegserleichterung. Das steile Gelände wäre sonst nicht zu bewältigen. Das Gebiet oberhalb der Rodelbahn ist weniger besucht und man kann die Einsamkeit genießen. Der untere Teil des Abstiegs kann auch ab der Starthütte mit einer lustigen Rodelabfahrt verkürzt werden.

Abstieg:
Wie Aufstieg mit einigen Abkürzungen.


R10 Außervillgraten
Tessenberger See-Tessenberg 2126 m, GW 97

Anfahrt: Von Außervillgraten über die Brücke ins Winkeltal.
Ausgangspunkt: Großer Parkplatz im Ort 1.287 m / Außervillgraten 1.287 m
Ideale Jahreszeit: gesamter Winter, Hangrichtung: SW, N
Lawinengefahr: gering
Skitechn. Schwierigkeiten: mittel, Höhenunterschied: 850 Hm
Aufstiegszeit/Gesamtgehtzeit: 4 Std. / 6,5 Std.

Tourenbeschreibung (Aufstieg):
Nach ca. 250 m taleinwärts rechts über eine Brücke und auf steilem Wirtschaftsweg zum „Glinzerhof“ (ca. 1.326 m). An ihm vorbei und auf der Forststraße, bis diese auf ca. 1.880 m (Alte Hütte) nach rechts über den Sommerweg verlassen wird. Auf der Sommerwegmarkierung bis an die Waldgrenze und südöstlich weiter auf die freie Hochfläche zum Kreuz (2.126 m).

Charakteristik:

Hat man einmal den teilweise steilen Anstieg auf die Hochfläche geschafft, kann die wunderbare Aussicht in vollen Zügen genossen werden. Mit der Überschreitungsvariante ist die Route eine der schönsten in diesem Führer und wird eigentlich zu unrecht selten begangen. Bei schlechter Sicht auf der Hochfläche schwierige Orientierung. Besser zurück gehen.

Abstieg:
Wie Aufstieg oder (Variante) Überschreitung nach Tessenberg. Variante: Vom Kreuz über das Plateau nach Südwesten bis man wieder auf den Sommerweg trifft, der zur Tessenberger Almrast leitet. Von dieser Berghütte (im Winter geschlossen) über die Almstraße mit einigen Abkürzungen nach Tessenberg (1.340 m). Mit dem Taxi wieder zurück zum Ausgangspunkt.

 

Inhalt aus-/einblenden
(1000)