Unwetter

Das Wetter spielt seit jeher eine große Rolle in der Landwirtschaft. Durch Blitzschlag kann ein ganzer Hof in kurzer Zeit zerstört werden, da die alten Gebäude ja großteils aus Holz gebaut sind. Starkregen kann Murenabgänge auslösen, Hagel vernichtet die Ernte. Diese Unwetter, sog. „Hoachwetter“, wollte man also mit allen möglichen Mitteln abwehren. So sind heute noch auf Kuppen und Geländekanten, die besonders dem Wetter ausgesetzt sind, Wetterkreuze zu finden. Es sind meist einfache Holzkreuze, die auf dem senkrechten Balken des Hauptkreuzes ein weiteres aus Eisen haben, das Blitze anziehen soll. Die Kreuze, die in Hofnähe aufgestellt wurden, sollten ebenso verhindern, dass der Blitz ins Haus einschlägt. Natürlich versuchte man bei einem schweren Gewitter auch durch das Beten des Rosenkranzes oder durch Anrufung bestimmter Schutzheiliger Hilfe „von oben“ zu erhalten. Dazu wurden geweihte Pflanzen ins Feuer gelegt, die das Unheil abwenden sollten. Man verwendete entweder Öl- und Palmzweige (Weiden) - „Giwaicht“ - vom Palmsonntag oder Kräuter, die zu Mariä Himmelfahrt geweiht wurden. An diesem Tag, dem 15. August, wird ein Blumenstrauß, der sog. „Inserfraunbusch“ gesegnet. Er besteht z.B. aus „Rafflgras“ (Rainfarn), „Ogsnbluim“ (Arnika), „Pergaschtern“ (Alpenaster), Edelweiß, Almrosen, Ringelblumen und „Himbastauden“ (Himbeerzweigen). In beiden Tälern gibt es auch heute noch wie eh und je den Brauch des „Wetterläutens“ – man hofft, dass das Gewitter durch das läuten der Kirchenglocken vorbeizieht, ohne Unheil anzurichten.

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